Lederalternative aus Agrarreststoffen

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert im Green Start-up-Programm junge Unternehmen mit innovativen, nachhaltigen und wirtschaftlich tragfähigen Ideen. Zu den geförderten Start-ups gehört Revoltech aus Darmstadt mit einer pflanzlichen Lederalternative. Das junge Unternehmen wird für zwei Jahre mit mehr als 120.000 Euro bei der Produkt- und Geschäftsentwicklung von der DBU unterstützt.

Montgomery Wagner, Lucas Fuhrmann und Julian Mushövel (v.l.) entwickeln mit ihrem Start-up Revoltech die vegane Lederalternative „Lovr“ auf Basis von regionalen Hanffasern. (Foto: Jan Schölzel)

Montgomery Wagner, Lucas Fuhrmann und Julian Mushövel wollen mit ihren Ideen die Textilbranche beflügeln: Das Trio hinter dem Start-up Revoltech aus Darmstadt entwickelt auf Hanffaserbasis eine nachhaltige und pflanzliche Alternative zu herkömmlichem Leder. Produkte aus tierischem Leder sind allgegenwärtig, aber „die Herstellung ist durch viele Faktoren wie die hohen CO2-Emissionen und der Chemikalieneinsatz für die Umwelt sehr belastend“, so Wagner. „Für unsere Lederalternative „Lovr“ nutzen wir nach der Ernte zurückgebliebenes Hanfstroh und verarbeiten es in einem kontinuierlichen Prozess.“ „Lovr“ (kurz für: lederähnlich, ohne Plastik, vegan und reststoffbasiert) bestehe daher aus nur einer Schicht, sei so einfach zu recyclen und werde zudem durch die verwendeten regionalen Rohstoffe weitgehend CO2-neutral hergestellt. „Perspektivisch sollen nicht nur Hanf-, sondern alle regional anfallenden Pflanzenfasern für die Herstellung von „Lovr“ genutzt werden“, ergänzt Wagner. Mit der DBU-Förderung würden nun Prozesse zur Weiterverarbeitung des Materials entwickelt. „Unser Ziel für 2022: Raus aus dem Labor“, so Wagner. „Wir wollen unsere Produktion auf ein industrielles Niveau heben, um so unsere ersten Kunden bedienen zu können.“

Grüne Innovationen für eine nachhaltige Wirtschaft

Knapp ein Drittel aller Start-ups in Deutschland sind grüne Gründungen – so der Green Start-up Monitor 2022 des Borderstep Instituts, das sich als unabhängige und gemeinnützige Forschungseinrichtung versteht. Das heißt, sie wollen mit ihren Produkten und Dienstleistungen zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele beitragen. „Start-ups sind Motor für notwendige gesellschaftliche Transformationen“, so DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. „Mit innovativen Ideen tragen sie dazu bei, dass sich die Wirtschaft an ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit orientiert.“ Für mehr als drei Viertel der neugegründeten Unternehmen in Deutschland sei laut Green Start-up Monitor 2022 das Erzielen einer positiven gesellschaftlichen oder ökologischen Wirkung mit ihren Produkten oder Dienstleistungen wichtig. „Das sind tolle Entwicklungen und wir freuen uns, dass wir viele Green Start-ups auf ihrem Weg unterstützen können“, so Bonde. Bewerbungen für das Green Start-up-Programm der DBU sind jederzeit möglich. Der Förderantrag ist online über https://www.dbu.de/startups zu stellen. Die Gründerinnen und Gründer mit den besten Ideen dürfen diese vor einer Jury vorstellen.

www.madewithlovr.com